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Netzwerke

Netzwerk 9 Kälberhaltung

9. "Optimierung der Gruppenhaltung von Kälber im Hinblick auf Vermeidung und Reduktion des gegenseitigen Besaugens" (Milchviehhaltung)

Das gegenseitige Besaugen von Kälbern an Nabel, Euter oder Schwanz ist eine Verhaltensstörung bei Kälbern. Als Ursache wird vermutet, dass Kälber bei Tränkung durch Eimer oder Tränkeautomaten die notwendige Nahrungsmenge in wesentlich kürzerer Zeit aufnehmen, als beim Saugakt am Kuheuter. Das Saugbedürfnis ist nicht befriedigt und wird deshalb an Ersatzobjekten durchgeführt. 

Bei Gruppenhaltungen werden auch Körperteile der anderen Kälber besaugt. Das Besaugen kann Euter oder den Nabel des besaugten Kalbs schädigen, beim Saugen geschluckte Haare können verklumpen (Bezoar-Bildung) und die Entwicklung des Verdauungstraktes stören. Ansatzpunkte für die Verbesserung der Haltung von Kälbern in der Fütterung sind ein tierindividuell angepasster Tränke- und Fütterungsplan, die Optimierung der Haltungsumgebung und ein Nachtränkebereich, in dem sich das Kalb nach dem Tränken aufhalten kann.

Gesucht werden deutschlandweit fünf Milchviehbetriebe, die Kälber in Gruppen halten und die bereit sind, innovative Maßnahmen gegen das Besaugen umzusetzen. Ziel dieses MuD Tierschutz Themennetzwerkes ist es, zukünftig Kälber ab der 2. bzw. 3. Lebenswoche erfolgreich in Gruppen zu halten und den Erfolg der Maßnahmen Fachkollegen zu vermitteln. Durch das bundesweite Netzwerk an Demonstrationsbetrieben werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, sowie innovative Entwicklungen in die Praxis eingebracht.

Die teilnehmenden Betriebe erhalten intensive Beratung und setzen Maßnahmen, die dazu beitragen, das Risiko für das gegenseitige Besaugen zu minimieren, in ihrer Kälberaufzucht um. Die Begleitung und Beratung der Betriebe erfolgt durch das Tierschutz-Kompetenzzentrum. Dieses dokumentiert in regelmäßigen Berichten die Entwicklung der Demonstrationsbetriebe.

Betriebsdaten, die in Bezug zur Problematik Besaugen im Betrieb stehen, werden systematisch erfasst und analysiert. Die Betriebsleiter des Netzwerks nehmen regelmäßig an Netzwerktreffen teil und legen ihre relevanten Daten und Erfahrungen offen. Die Netzwerktreffen finden wechselnd auf den Netzwerkbetrieben statt. Zudem organisiert der Betrieb für interessierte Fachkollegen mindestens vier Multiplikatorenveranstaltungen auf seinem Betrieb.

Anmeldefrist ist der 15.01.2016

Wie kann man sich bewerben?

Informationen zu den Grundvoraussetzungen für die Teilnahme und den Ansprechpartnern entnehmen Sie bitte der Bekanntmachung  Nr. 16/15/31.  Bewerben Sie sich dann mit dem Formular zur Interessensbekundung.

Von den Betrieben, die ihr Interesse bekundet haben, werden nach den o.g. Anforderungen und Auswahlkriterien die geeignetsten ausgewählt. Ein Rechtsanspruch auf die Berücksichtigung als Demonstrationsbetrieb im Rahmen der o. a. Interessensbekundung besteht nicht.

Ansprechpartner des Tierschutz-Kompetenzzentrums
für fachliche Fragen

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen: Natascha Klinkel, Projektleitung
Natascha.Klinkel@llh.hessen.de

Forschungsinstitut für biologischen Landbau: Dr. Robert Hermanowski
Robert.Hermanowski@fibl.org

Fragen zur Projektträgerschaft richten Sie bitte an projekttraeger-agrarforschung@ble.de

Kontakt

0228 - 6845 3871

Katja Deeg

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Referat 314 - Agrarforschung
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

katja.deeg@ble.de

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    Richtlinie

    über die Förderung von Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe im Bereich Tierschutz" (PDF, 3,5 MB)