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Demonstrationsbetriebe

Netzwerk 7: Kupierverzicht Schaflämmer

Langtitel: Verzichten auf das Kupieren des Schwanzes bei Schaflämmern

Laufzeit: 11/2017 bis 10/2019

Das Kupieren der Schwänze bei Lämmern ist im Alter von unter acht Tagen nach § 6 Absatz 1 Nummer 3 in Verbindung mit § 5 Absatz 3 Nummer 3 und 4 des Tierschutzgesetzes ohne den Einsatz von Betäubungsmitteln erlaubt, wenn der Eingriff im Einzelfall für die vorgesehene Nutzung des Tieres zu dessen Schutz oder zum Schutz anderer Tiere unerlässlich ist und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern.

Entsprechend ist dieser Eingriff nicht routinemäßig, sondern nur im Ausnahmefall zulässig. Dennoch werden insbesondere zur weiteren Zucht verwendete weibliche Lämmer häufig kupiert, seltener männliche Mastlämmer.

Das Kupieren erfolgt hierbei insbesondere aus hygienischen Gründen. Die meisten in Deutschland gezüchteten Schafrassen haben lange, bewollte Schwänze, die stark verschmutzen können. Die verunreinigten Stellen können von verschiedenen Fliegenarten zum Ablegen ihrer Eier oder Larven genutzt werden und bei betroffenen Schafen zur sogenannten Myiasis (Fliegenmadenbefall) führen.

Durch das Kürzen des Schwanzes können die genannten kotbedingten Verunreinigungen reduziert werden. Allerdings können betroffene Schafe mit einem gekürzten Schwanz weniger effektiv Fliegen verscheuchen. Obwohl Ergebnisse wissenschaftlicher Studien nicht einstimmig eine Verbindung von Schwanzlänge und der Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Myiasis herstellen, ist die Prävention für den Befall mit Schmeißfliegen einer der Hauptgründe für das Kupieren des Schwanzes bei Schafen.

Die Haltung unkupierter Langschwanzschafrassen wird in Deutschland kaum Praktiziert. Deutschlandweit wurden für das Themennetzwerk „Verzicht auf das Kupieren des Schwanzes bei Schaflämmern“ bis zu fünf Betriebe gesucht, die sich über einen Zeitraum von zwei Jahren als Demonstrationsbetriebe in diesem Modellvorhaben beteiligen möchten.

Um Verklebungen des Schwanzes durch Feuchtigkeit und Kot und insbesondere das Auftreten von Durchfällen zu verhindern, sind insbesondere folgende Maßnahmen von Bedeutung:

  • Minimierung des Endoparasitenbefalls,
  • Schutz vor feuchter Witterung und Verhinderung einer Durchnässung des Vlieses,
  • Schwanzschuren bei Verschmutzungsgefahr und
  • optimiertes Weide- und Fütterungsmanagement

Mögliche Förderung der Demonstrationsbetriebe bei der Verbesserung des Tierschutzes:
Es können bis zu fünf Betriebe je Thematik gefördert werden. Förderfähig sind projektbedingte zusätzliche Beratungsleistungen, projektspezifische Betriebsausgaben, projektbedingte zusätzliche Personalausgaben und Einkommensverluste, wenn den Demonstrationsbetrieben aufgrund der Durchführung des Vorhabens nachweislich wirtschaftliche Einbußen entstehen bzw. entstanden sind. Des Weiteren sind Maßnahmen zum Wissenstransfer förderfähig, die dazu dienen, neue tierschutzrelevante Erkenntnisse und innovative Verfahren zur Verbesserung der Management- und Haltungssysteme modellhaft in die Praxis einzuführen und zu demonstrieren. Die durch das Vorhaben verursachten Ausgaben sind bis zu einem Gesamtbetrag von maximal 100.000 € förderfähig. Zusätzlich sind projektspezifische Investitionen, die einer Verbesserung des Tierschutzes dienen, zu maximal 40 % förderfähig, sofern die Investitionen über geltende Unionsnormen hinausgehen. Teilnehmende Betriebe erhalten eine Zuwendung auf Ausgabenbasis als Anteilfinanzierung. Ausführliche Informationen sind der Richtlinie über die Förderung von Modellvorhaben „Demonstrationsbetriebe im Bereich Tierschutz" vom 20. November 2014 zu entnehmen.

 

Ansprechpartner des Tierschutz-Kompetenzzentrums für fachliche Fragen

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen: Natascha Klinkel, Projektleitung
Natascha.Klinkel@llh.hessen.de

Forschungsinstitut für biologischen Landbau: Dr. Robert Hermanowski
Robert.Hermanowski@fibl.org

Fragen zur Projektträgerschaft richten Sie bitte an projekttraeger-agrarforschung@ble.de
 

Kontakt

0228 - 6845 3871

Katja Deeg

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Referat 314 - Agrarforschung
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

katja.deeg@ble.de

Richtlinie

über die Förderung von Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe im Bereich Tierschutz"

PDF | 3 MB
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