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Demonstrationsbetriebe

Prignitzer Landschwein

Bisherige Entwicklung des Betriebes

- Start 1972 als Schweinemastanlage, seit 2005 kontinuierlicher Umbau
- seit 2015 Kupierverzicht
- Innovatives Entmistungssystem (2018 Eurotier-Prämierung)
- Teilweise Gruppensäugen

MuD-Maßnahmen für mehr Tierwohl (ab 2018):
- Automatisierung der Strukturfütterung
- Verbesserung der Buchtenstruktur - testweise ohne Spaltenboden
- 2019 Stallneubau: 110 Buchten "Birth-to-Finish"

Bildergalerie: Prignitzer Landschwein

Netzwerktreffen: Ralf Remmert informiert die MuD Tierschutz- Kollegen (öffnet das Bild in einer Lightbox)
Prignitz Remmert - Quelle: BLE
Die Teilnehmer der Netzwerke 3+4 besuchten die Prignitzer Landschwein auf einem ihrer Netzwerktreffen. Die Erfahrungen, die diese MuD Tierschutz-Betriebe seit 2015 gemacht haben, tauschen sie mit den "neuen" Netzwerken 14+15 aus.
Vor dem Neubau des MuD Tierschutz Modellstalls (öffnet das Bild in einer Lightbox)
Baumaßnahmen - Quelle: BLE
Seit Jahren wird in der Prignitzer Landschwein umgebaut und modernisiert. Bevor der Modellstall in den MuD Tierschutz bewilligt wurde, hat der Betrieb schon einiges ausprobiert.

Erster Stallneubau in den MuD Tierschutz

Von der Geburt bis zum Mastschwein in einem Stallgebäude – dieses innovative Haltungssystem wird Ralf Remmert von der Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG  in einem neuen Stalltrakt in den MuD Tierschutz umsetzen. Die Ringelschwänze werden nicht kupiert. Der Stallneubau wird aus Fördermitteln der MuD Tierschutz teilfinanziert.

Hintergrund der MuD Tierschutz

Die „Netzwerke Demonstrationsbetriebe“ der MuD Tierschutz sind ab Mitte 2015 schrittweise gestartet. Für einige Netzwerke ist die Förderphase bereits abgelaufen. Mittlerweile werden bzw. wurden ca. 80 Betriebe in 14 Netzwerken gefördert. Davon beschäftigen sich 6 Netzwerke mit Themen der Schweinehaltung. Aufgabe ist es, modellhaft auszuprobieren, wie es zukünftig möglich sein wird, beispielsweise unkupierte Schweine erfolgreich zu halten oder die Haltungsbedingungen für Sauen zu verbessern.

Die letzten beiden Netzwerke 14+15 „Einsatz von Automatisierungstechniken zur Verbesserung tierschutztrelevanter Halungsbedingungen in der Ferkleaufzucht und Mastschweinehaltung“ starteten im Juni 2018. Sie werden unterstützt durch den Erfahrungsaustauschmit den Netzwerken 3+4 neue Verfahren zur Aufzucht und Haltung unkupierter Schweine auszuprobieren und möglichst praxistauglich zu machen. Der Schwerpunkt liegt bei den 11 Betrieben auf der Automatisierung von Techniken zur Verbesserung des Tierschutzes. Damit soll es für andere Betriebe zukünftig realistischer werden, die erfolgreichen Maßnahmen zu übernehmen.

In den MuD Tierschutz werden Investitionen mit bis zu 40% Zuschüssen gefördert. In allen vorherigen Netzwerken wurden von den Demonstrationsbetrieben Stallabteile umgebaut oder mit innovativen Techniken ausgestattet.

Stallneubau – neues Konzept mit Vorgeschichte

Erstmalig wird nun ein ganzes Stallgebäude in einem Demonstrationsbetrieb umgesetzt. Die wichtigsten Eckpunkte des Modellstalls und des Managements:

  • Kein Spaltenboden
  • 110 strukturierte Buchten
  • Kotbereich: Entmistung durch Kotband mit integrierter Urinwanne (Kotharntrennung), Steuerung des Ausscheidungsverhalten z.B. durch „Sozialgitter“
  • Ruhebereich abgedeckt und mit Fußbodenheizung
  • Aktivitätsbereich mit Minimaleinstreu
  • Fressbereich mit Bodenfütterung
  • Lüftungssystem Unterdruck und Wandventile
  • Beckentränken in verschiedenen Größen
  • 1,2/ m² je Mastschwein (in Bezug auf die Endmastphase)
  • 16,5 m² je Bucht (= Abferkelbucht, Ferkelaufzucht und Mast)
  • Freies Abferkeln
  • 28 Tage Säugezeit

Die Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG  nimmt mit dem Produktionszweig Ferkelaufzucht an den MuD Tierschutz teil. Der Betrieb hat nun den Bescheid erhalten, dass ein Stallneubau mit einem innovativen Haltungssystem im Rahmen der MuD Tierschutz gefördert wird. Hierbei handelt es sich um eine Haltungsform bei der die unkupierten Ferkel von der Geburt bis zur Schlachtreife („Birth-to-finish“- Prinzip) in ein und derselben Bucht gehalten werden sollen. Der Betrieb hat auch das „Wean-to-finish“-Prinzip ausprobiert, bevorzugt aber die erstere Methode.

Die Sauen kommen zum Abferkeln in die Buchten und werden zum Absetzen jeweils zu zweit in die Nachbarbucht neben den beiden – zusammengelegten - Würfen gebracht. Die Ferkel kennen sich bereits durch die Kontaktgitter und haben weiter Kontakt zur Sau. Dadurch verringern sich Kennenlern- und Absetzstress. Danach bleiben die Tiere bis zum Ende der Mast im Stall. Die Buchten sind so strukturiert, dass die Tiere während jeder Lebensphase ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden.

Das System hat Betriebsleiter Ralf Remmert bereits in seinem bestehenden Stall mit zwei Buchten ausprobiert und weitet das System nun einen Neubau mit 110 Buchten aus. Ermutigt wurde man durch die Erfolge: Seit ca. drei Jahren wurde in zwei modellhaft eingerichteten Buchten getüftelt und geschraubt, Futtermittel ausprobiert und der Boden verändert. In der gesamten Zeit hat es keine Probleme mit Schwanzbeißen oder Nekrosen in den Probierbuchten gegeben. Die Idee dahinter: So wenig Stress wie möglich von Geburt an. Von den Standardsystemen, wie sie in Deutschland seit vielen Jahren mit wenigen Veränderungen eingesetzt werden, unterscheiden sich die „Modellbuchten“ durch optimierte Buchtenelemente und einem völlig anderen Management mit einigen Elementen deutlich über dem gesetzlich geforderten Mindeststandard.

Nach dem Neubau, der etwa die Hälfte des Bestandes abdeckt, sollen die bestehenden Ställe umgebaut und der gesamte Betrieb umgestellt werden.

Betriebsspiegel

Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG
16928 Neudorf/Groß Pankow

- 10 Arbeitskräfte
- 350 ha landwirtschaftl. Nutzfläche
- 1.250 Sauen
- 5.500 Aufzuchtferkel
- 6.500 Mastschweine
- 30,5 abgesetzte Ferkel
- 920 g Tageszunahmen

Motivation
„Ich habe schon vor längerer Zeit mit der Haltung unkupierter Tiere begonnen, möchte mich aber weiterentwickeln, um den Gedanken des Kupierverzichts weiter zu verbreiten.“ Ralf Remmert

Tierwohlmaßnahmen des Betriebes

  • Gruppensäugen
  • strukturierte Buchten testweise ohne Spaltenboden Haltung
  • Eigene Schlachtereien und Vermarktung
  • Mitarbeit beim Tierschutzplan Brandenburg
  • Seit 2015 - Haltung unkupierter Tiere im gesamten Betrieb
  • Seit 2018 - MuD Demonstrationsbetrieb

 

 

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