Springe zur Hauptnavigation Springe zu den wichtigen Themen Springe zum Inhalt
Suche schließen

Gesamtvorhaben

09.10.2014Weideparasiten im Griff

Eine aufmerksame Herde Mutterkühe der Rasse Blonde d’Aquitaine mit Nachzucht und dem hofeigenen Zuchtbullen empfängt die kleine Gruppe Besucher auf der Weide. Betriebsleiterin Andrea Helmer besichtigt mit Dr. Sonja Bystron, Projektbetreuerin des Thünen-Institutes (TI), und Dr. Gerhard Quanz vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) einen Teil ihrer Herdbuchzucht. Der Betrieb Helmer aus Fulda nimmt an der Beratungsinitiative zum Weideparasitenmanagement teil.

Landwirtin und Projektbetreuer bei der Besichtigung der Herde © BLE

Die Beratungsinitiative hat das Ziel, den Bekanntheitsgrad und die Einsatzhäufigkeit der webbasierten Weidemanagementhilfe "Entscheidungsbäume Weideparasiten" zu steigern, um dadurch den Gesundheitsstatus in der Wiederkäuerhaltung zu verbessern. Die Initiative startete zu Beginn des Jahres, dabei wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungsorganisationen im Umgang mit den Entscheidungsbäumen geschult. Jede Beraterin und jeder Berater betreut einen festen Kreis aus teilnehmenden Betrieben, die in den kommenden zwei Jahren die Entscheidungsbäume nun in der Praxis einsetzen werden.

Landwirtin Andrea Helmer wurde direkt von ihrem betriebseigenen Berater Immo Georg vom LLH angesprochen und fand die Idee spannend, eine Überprüfungsmöglichkeit für ihr aktuelles Weideparasitenmanagement in ihrem biologisch wirtschaftenden Betrieb zu erhalten.

 „Wir haben bewusst auf das Entwurmen der Rinder verzichtet und haben den augenscheinlichen Gesundheitszustand als Gradmesser herangezogen. Ob dieses 'aus dem Bauch heraus' gefahrene System richtig ist, will ich durch die Teilnahme an dem Projekt überprüfen.“

Andrea Helmer

Die online kostenlos zur Verfügung stehenden Entscheidungsbäume für das Weideparasitenmanagement waren der Betriebsleiterin bis dato nicht bekannt. Die Anwendung der Entscheidungshilfen lernte sie durch Immo Georg kennen und fand es spannend, sich dort einzuarbeiten. Besonders entgegen kam ihr dabei der logische Aufbau der Abfragen. Die Ergebnisse mussten zwar etwas intensiver gelesen werden, enthielten aber neben den Handlungsempfehlungen auch viele Erklärungen.

„Mit den Antworten, die die einzelnen Pfade als Empfehlungen ausgeben, sollte sich der Anwendende auseinandersetzen und die gesamten Ausführungen bis zum Ende lesen – das beansprucht natürlich ein wenig Zeit! Aber dafür erhält man wertvolle Tipps, wie das Weidemanagement unter den gegebenen individuellen betrieblichen Bedingungen vorausschauend gestaltet werden kann.“

Dr. Sonja Bystron

Andrea Helmer hat für ihren Betrieb erste Ergebnisse vorliegen. Die ersten Sammelkotproben wurden vier Wochen nach dem Weideauftrieb genommen und untersucht. Die Proben waren vollständig negativ, es konnte kein Hinweis auf einen Wurmbefall gefunden werden. Mittels der Entscheidungsbäume kam sie zu dem Schluss, von nun an ein Monitoring, also die Überprüfung des Status durch wiederkehrende Probennahmen, durchzuführen. Diese empfohlene Maßnahme kann die Landwirtin direkt umsetzen und ohne großen Aufwand in den Betriebsablauf zu integrieren.

Das Ziel von Andrea Helmer ist auch für die Zukunft möglichst der vollständige Verzicht auf die Entwurmung. Sie erhofft sich durch dieses Projekt noch viele Tipps und Kniffe kennenzulernen, um auch weiterhin gar nicht erst in die Situation zu kommen, entwurmen zu müssen.

www.weide-parasiten.de

Weitere Informationen zu den einzelnen Beratungsinitiativen und den Ansprechpartnern