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MuD Tierschutz

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Projekt „Herdenschutz in der Weidehaltung" zum 01. November gestartet

Nachricht vom:

Am 01.11.2020 startete das MuD Tierschutz Vorhaben "Herdenschutz in der Weidehaltung". Ziel ist die Verbesserung des Herdenschutzes in der Weidehaltung und damit die Vermeidung von Wolfsübergriffen auf landwirtschaftliche Nutztiere.

Schafherde auf einer Wiese mit Zaun
Beschreibung des Bildelements: Besonders kleinere Wiederkäuer benötigen Schutz vor Übergriffen durch den Wolf - Quelle © BLE

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Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wird durch den Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) durchgeführt. Zum Projektstart wurde Herr Bernd Blümlein (stv. Geschäftsführer) zum Vorhaben befragt:

Herr Blümlein, warum ist das Projekt "Herdenschutz in der Weidehaltung" aus Ihrer Sicht so wichtig?

Herdenschutz bezieht sich insbesondere auf den Schutz von Weidetieren vor Wölfen. Dieses Thema ist sehr emotional besetzt und konfliktträchtig. Gleichzeitig sind Weidetierhalter in vielen Regionen in Deutschland noch nicht vorbereitet auf den Umgang mit diesem Beutegreifer. In bislang "wolfsfreien" Gebieten sind Kenntnisse über den professionellen Einsatz von Präventionsmaßnahmen, z.B. eines Elektro-Zauns zum Schutz vor großen Beutegreifern, bei Tierhalterinnen und Tierhaltern nicht unbedingt erforderlich gewesen und daher nur wenig verbreitet. Gleichzeitig erleben wir aber eine sehr dynamische Ausbreitung des Wolfs in Deutschland, so dass mittlerweile fast überall mit Übergriffen auf Weidetiere gerechnet werden muss.

Es ist daher dringend erforderlich, die jetzt potenziell betroffenen Halterinnen und Haltern von Weidetieren über erfolgversprechende Strategien zur Schadensprävention zu informieren und den Erfahrungsaustausch zu begleiten. Dies trägt dazu bei, tragfähige Lösungsstrategien vor Ort zu entwickeln.

Wie werden Sie das Thema "Wolf und Herdenschutz" im Rahmen des Projektes anpacken?

Insbesondere für die Weidehaltung als besonders naturverträgliche Form der Landnutzung bedeutet die Wiederetablierung des Wolfs eine besondere Herausforderung. Dies insbesondere auch aufgrund der schon jetzt oftmals schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für derartige Betriebe.

Im Rahmen unseres Projekts sollen daher mit Hilfe von Demonstrationsbetrieben und in Kooperation und ergänzend zu den amtlichen Beratungsinstitutionen Lösungsansätze an Weidetierhalter*innen von Landwirt*in zu Landwirt*in vermittelt werden. Wir fördern u.a. den Austausch bisher unerfahrener Weidetierhalter aus weitgehend wolfsfreien Gebieten mit erfahreneren Berufskollegen, um hier im Rahmen kollegialer Beratung den emotionalen Druck zu vermindern und Handlungsfähigkeit herzustellen. Dafür werden wir auch Informationsmaterial und Anleitungen öffentlich zur Verfügung stellen.Wir hoffen damit einen sachorientierten Lösungsbeitrag erbringen zu können.

Welchen Nutzen bringt das Projekt für Weidetierhalter und was dürfen sie davon erwarten?

Die Anwesenheit von Wölfen wird die Weidehaltung in vielen Regionen in den kommenden Jahren massiv beeinflussen und die Tierhalterinnen und Tierhaltern zu Anpassungsmaßnahmen des bisherigen Weidemanagements und bei der tierwohlgerechten Haltung zwingen. Bei manchem Betriebsinhaber stellen sich hierbei existenzielle Fragen.

Für diese Betriebe ist angesichts des Auftretens des Wolfes daher eine (Präventions-)Beratung von zentraler Bedeutung für die Schadensbegrenzung und für das Aufzeigen wirtschaftlich tragbarer Lösungsansätze.

Wir sind der Überzeugung, dass Landwirte am besten von ihren Berufskolleginnen und -kollegen lernen können. Die Demonstrationsbetriebe und das Wissen der Betriebsleitenden zum praktischen Herdenschutz sind daher die zentralen Säulen bei der Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen für andere Weidetierhalterinnen und -haltern. Dadurch hoffen wir auch, die Unsicherheit und den emotionalen Stress, den die Erwartung von Wölfen bei Weidetierhaltern auslösen kann, zu mindern und sie in die Lage versetzen zu können, wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen umzusetzen.

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