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MuD Tierschutz

Ferkelkastration

Praxisanwendungen der chirurgischen Ferkelkastration unter Bet├Ąubung und postoperativer Schmerzausschaltung

Laufzeit: 01.07.2018-31.05.2020

Durch die Produktion von Pheromonen kann es im Fleisch von Ebern zu Geruchs- und Geschmacksabweichungen kommen. Da dies von deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern abgelehnt wird, wurden bisher zur Qualit├Ątssicherung m├Ąnnliche Ferkel kastriert.

Die Kastration war bisher laut Tierschutzgesetz ┬ž 21 Absatz 1 Satz 1 bis zum einschlie├člich siebten Lebenstag ohne Bet├Ąubung erlaubt. Jedoch ist das ausgepr├Ągte Schmerzempfinden neugeborener Tiere erwiesen, weshalb die bet├Ąubungslose Ferkelkastration sehr umstritten ist.

Mit der ├änderung des Tierschutzgesetzes vom 4. Juli 2013 wurde die Kastration von unter acht Tage alten Ferkeln neu geregelt und die bet├Ąubungslose Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 verboten. Ab diesem Zeitpunkt musste bei der chirurgischen Ferkelkastration eine wirksame Schmerzausschaltung sichergestellt werden. Am 14. Dezember 2018 bewilligte der Bundesrat allerdings den am 29. November getroffenen Bundestagsbeschluss zur Fristverl├Ąngerung um ein Jahr bis zum 31.12.2020. Dem Landwirt bieten sich neben der (Jung-) Ebermast und der Immmunokastration (FLI-Stellungnahme Immunokastration) daher nun zwei Wege der chirurgischen Kastration unter Bet├Ąubung:

  • Chirurgische Kastration unter Inhalationsnarkose (Isofluran)
  • Chirurgische Kastration unter Injektionsnarkose (Ketamin/Azaperon)

Die Alternativen der chirurgischen Ferkelkastration unter Narkose werden im Rahmen der MuD Tierschutz in zwei Verbundprojekten bis Mitte 2020 evaluiert.

Ziel der F├Ârderung ist es, praktische Erfahrungen mit der chirurgischen Ferkelkastration unter Bet├Ąubung und postoperativer Schmerzausschaltung in ferkelerzeugenden Betrieben zu generieren und deren Anwendung unter Praxisbedingungen zu evaluieren. Dabei sollen der Tierschutz, die Wirtschaftlichkeit sowie die Arbeitssicherheit ber├╝cksichtigt, optimiert und praxisgerechte Handlungsanweisungen f├╝r die Planung und Durchf├╝hrung formuliert werden.

  • Praxiserprobung der chirurgischen Kastration von Ferkeln unter Bet├Ąubung mittels Procain, Isofluran und Ketamin/Azaperon sowie postoperativer Schmerzausschaltung (PraxiKaPIK/A)

Im Verbundprojekt ÔÇ×Praxiserprobung der chirurgischen Kastration von Ferkeln unter Bet├Ąubung mittels Procain, Isofluran und Ketamin/Azaperon sowie postoperativer Schmerzausschaltung (PraxiKaPIK/A)ÔÇť bestehend aus den Projektpartnern Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein Westfalen, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt Bonn sowie dem Johann-Heinrich-von-Th├╝nen-Institut, wurden auf sechs konventionell wirtschaftenden Betrieben drei Methoden der chirurgischen Ferkelkastration (chirurgische Kastration unter a) Inhalationsnarkose [Isofluran], b) Injektionsnarkose [Ketamin/Azaperon] und c) lokaler An├Ąsthesie [Procain]) bewertet. Au├čerdem wurden Schulungskonzepte und -materialien f├╝r Landwirte erstellt, mit deren Hilfe sie das richtige Handling und den Umgang mit Ferkeln und Narkosegas bei der Kastration unter Isofluran erlernen k├Ânnen.

Erste Ergebnisse und Materialien finden Sie hier.

  • Praxisgerechte Ferkelkastration unter Bet├Ąubung und postoperativer Schmerzausschaltung in der ├Âkologischen Ferkelerzeugung

Im zweiten Verbundprojekt ÔÇ×Praxisgerechte Ferkelkastration unter Bet├Ąubung und postoperativer Schmerzausschaltung in der ├Âkologischen FerkelerzeugungÔÇť bestehend aus den Projektpartnern Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, dem Forschungsinstitut f├╝r biologischen Landbau und der Justus-Liebig-Universit├Ąt Gie├čen wurden auf insgesamt acht ├Âkologisch wirtschaftenden Betrieben zwei Verfahren der chirurgischen Ferkelkastration (unter Injektionsnarkose [Ketamin/Azaperon] sowie Inhalationsnarkose [Isofluran]) evaluiert.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Bekanntmachung Nr. 07/18/31 vom 13.07.2018.

Ergebnisse und Empfehlungen folgen in K├╝rze.