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Schweine

Wasserversorgung

Wasser ist das erste und wichtigste Futtermittel

Mit den heute √ľblichen Wachstumsleistungen stellen unsere Hausschweine Hochleistungssportler ihrer Art dar. F√ľr eine gute Tiergesundheit und ein gutes Wohlbefinden ist es daher unbedingt notwendig, dass den Tieren zu jedem Zeitpunkt Wasser ad libitum und in sehr guter Qualit√§t zur Verf√ľgung steht.

Ist die Wasserqualit√§t hingegen nicht optimal, kommt es schnell zu Stress, der wiederum das Auftreten von Verhaltensst√∂rungen beg√ľnstigt. Eine hohe Wasseraufnahme beg√ľnstigt gleichzeitig auch das Ausschwemmen von Giftstoffen aus dem K√∂rper, was sich positiv auf die Tiergesundheit auswirkt und Nekrosen entgegenwirkt.

"Quantität und Qualität sind bei Tränkwasser entscheidend"

Folgende Ma√ünahmen wurden in den Demonstrationsbetrieben unter Praxisbedingungen durchgef√ľhrt:

Sicherstellung ausreichender Wassermengen

  • √úberpr√ľfung des Wasserverbrauchs

Der Wasserverbrauch kann ein Indiz f√ľr kranke Tiere sein, welche bei Krankheit weniger Wasser aufnehmen. Stress durch eine reduzierte Wasseraufnahme kann sowohl zu Schwanzbei√üen als auch zu Nekrosen f√ľhren, da f√ľr alle lebenswichtigen Stoffwechselprozesse Wasser zu Verf√ľgung stehen muss. Durch das Einbauen von Wasseruhren kann der Wasserverbrauch eines Abteils oder einer bestimmten Tiergruppe √ľberwacht werden. Steigt oder f√§llt der Wasserverbrauch auffallend, kann dem zeitnah nachgegangen werden, um die Ursache zu finden und beispielsweise defekte Tr√§nken zu reparieren. Weiterhin fallen etwaige Tr√§nkewasserausf√§lle oder Verkalkungen auf und k√∂nnen schneller behoben werden. Der Betrieb kann in bestimmten Abteilen oder sogar f√ľr bestimmte Buchten (digitale) Wasseruhren bzw. Durchflussmengenz√§hler installieren.

  • √úberpr√ľfung der Wasserdurchflussmengen

Im Fall, dass Nippeltr√§nken eingesetzt werden, sind die Durchflussraten des Wassers regelm√§√üig zu kontrollieren. Zu schnell oder zu langsam laufende Nippeltr√§nken behindern die Wasseraufnahme der Tiere, was zu verminderter Leistung und Stress f√ľhren kann. Mit Hilfe eines Messbechers und einer Zeitstoppuhr kann die Wasserdurchflussmenge einer Tr√§nke gemessen werden und ggf. angepasst werden.

Sicherstellung der Wasserqualität

  • Wasserqualit√§t sicherstellen

Um die Tiere mit qualitativ hochwertigem Wasser versorgen zu k√∂nnen, ist es sinnvoll, eine aktuelle Tr√§nkwasserprobe untersuchen zu lassen. Bakterien, Hefen, Pilze und Toxine geh√∂ren nicht ins Tr√§nkwasser f√ľr Schweine. Ist das Tr√§nkwasser belastet, kann das gesundheitliche Folgen f√ľr die Schweine haben, sowie das Auftreten von Verhaltensst√∂rungen wie Schwanzbei√üen beg√ľnstigen. Des Weiteren ist belastetes Wasser auch oft weniger schmackhaft f√ľr die Schweine, sodass weniger davon aufgenommen wird. Wasserproben k√∂nnen in vielen Untersuchungsstellen analysiert werden.

  • Sauberkeit von Wasserleitungen und Tr√§nken

Wasserleitungen sollten frei von Biofilmen, Bakterien und Toxinablagerungen sein. Die Sauberkeit von Tr√§nken ist durch regelm√§√üige Kontrolle und bei Bedarf durch S√§uberung sicherzustellen. Der Einsatz von Umw√§lzpumpen kann beispielsweise verhindern, dass es in Leitungen zu stehendem Wasser kommt und sich nach einer Reinigung erneut Biofilme ablagern k√∂nnen. Mit Hilfe einer Sp√ľlmaus am Hochdruckreiniger k√∂nnen Leitungen effektiv gesp√ľlt werden.

  • Wasserhygienisierung

Liegt nach einer Tr√§nkwasseruntersuchung ein positiver Befund von Bakterien, Endotoxinen, Pilzen und/oder Hefen vor, kann eine ‚ÄěWasserhygienisierung‚Äú sinnvoll sein. Hygienisierende Mittel wie Chlordioxid werden regelm√§√üig zugepumpt, was das Wasser ‚Äěs√§ubert‚Äú.

  • Neue Wasserleitungen

Die Tränkwasserqualität und Schmackhaftigkeit wird maßgeblich von der Sauberkeit der Wasserleitungen beeinflusst. Kann eine gute Wasserqualität in alten Leitungen nicht sichergestellt werden, weil sich wiederholt Biofilme bilden und auch Reinigungen nur kurze Zeit Abhilfe schaffen, kann der Einbau neuer Wasserleitungen eine sinnvolle Maßnahme sein.

Optimierung von Tränkvorrichtungen

  • H√∂he von Tr√§nken und deren Positionierung in der Bucht

Die H√∂he von Nippeltr√§nken sind der Tiergr√∂√üe anzupassen, damit die Schweine die Tr√§nken auch optimal nutzen k√∂nnen. Zu hoch oder zu niedrig angebrachte Tr√§nken sind hinderlich f√ľr eine gute Wasseraufnahme. Auch k√∂nnen an Tr√§nken angelagerte Schutzb√ľgel sinnvoll sein, damit sich die Schweine nicht an den Nippeltr√§nken verletzen k√∂nnen.

Die Tr√§nken sollten auch passen zur Buchtenstruktur installiert werden. Sie sollten nicht im Ruhebereich der Tiere h√§ngen, sondern eher an hellen Orten, ggf. in Kombination bzw. in der N√§he des Kotbereichs. Die Tiere l√∂sen sich n√§mlich gerne auch an Stellen, die k√ľhl, hell und feucht sind. Die richtige Position der Tr√§nken unterst√ľtzt somit gleichzeitig auch die Einteilung der Buchten in die einzelnen Funktionsbereiche.

  • Einsatz von ‚ÄěMutter-Kind-Tr√§nken‚Äú

Durch den Einsatz von sogenannten Mutter-Kind-Tr√§nken, aus denen Sau und Ferkel gemeinsam trinken k√∂nnen, wird das fr√ľhe Erlernen des Tr√§nkverhaltens der Ferkel gef√∂rdert. Die Ferkel lernen vom Muttertier und nehmen Wasser fr√ľhzeitig auf. Dieses Verhalten hat au√üerdem den positiven Effekt, dass die Ferkel Keime aus dem Speichel und Futterresten der Muttersau aufnehmen k√∂nnen, was sich positiv auf die Gesundheit der Ferkel auswirken kann.

  • Einsatz von Beckentr√§nken

Da es sich beim Schwein um einen Saugtrinker handelt, ist die Wasseraufnahme aus offenen Fl√§che wie bei einer Beckentr√§nke tiergerechter im Vergleich zu Nippeltr√§nken. Der Austausch von Nippeltr√§nken mit Beckentr√§nken kann somit positiv f√ľr die Wasseraufnahme der Tiere sein. Alternativ k√∂nnen Beckentr√§nken auch zus√§tzlich zu bestehenden Nippeltr√§nken eingebaut werden. Hierdurch wird ein zus√§tzliches Wasserangebot geschaffen, wodurch der Ressourcenkampf und damit verbundener Stress gemindert werden kann.

  • Gesamtbetriebliche Vereinheitlichung des Tr√§nksystems

Im Falle eines Neubaus, aber auch in der Planung einer Erneuerung alter Tr√§nksysteme ist ratsam, ein einheitliches Tr√§nksystem ‚Äď vom Saugferkel bis zum Mastschwein ‚Äď in Erw√§gung zu ziehen. Dies hat den Vorteil, dass die Schweine von klein auf an ein Tr√§nksystem gew√∂hnt werden. Auch in stressigen Situationen wie beispielsweise dem Absetzen oder Umstallen sind den Tieren die Tr√§nken bekannt und die Wasseraufnahme wird nicht eingeschr√§nkt.