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Wissen-Dialog-Praxis

Praxisanwendungen der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzbehandlung

1. Juni 2018 bis 31. Juli 2019

Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes vom 4. Juli 2013 wurde die Kastration von unter acht Tage alten Ferkeln neu geregelt und die betäubungslose Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 in Deutschland verboten. Der Bundesrat billigte allerdings am 14. Dezember 2018 den am 29. November getroffenen Bundestagsbeschluss zur Firstverlängerung bis Ende 2020.

Als Alternativen zur betäubungslosen, chirurgischen Ferkelkastration werden folgende Verfahren aufgeführt:

  • Chirurgische Kastration unter Inhalationsnarkose (Isofluran)
  • Chirurgische Kastration unter Injektionsnarkose (Ketamin/Azaperon)
  • Immunokastration (FLI-Stellungnahme Immunokastration)
  • (Jung-) Ebermast

Eine der Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration stellt die chirurgische Ferkelkastration unter Betäubung (Narkose) dar.

Ziel der Förderung ist es, praktische Erfahrungen mit der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung sowie postoperativer Schmerzbehandlung in ferkelerzeugenden Betrieben zu generieren und deren Anwendung unter Praxisbedingungen zu evaluieren. Dabei sollen der Tierschutz, die Wirtschaftlichkeit sowie die Arbeitssicherheit berücksichtigt, optimiert und praxisgerechte Handlungsanweisungen für die Planung und Durchführung formuliert werden.

Vom 1. Juni 2018 bis 31. Juli 2019 wird im Rahmen der MuD Tierschutz die chirurgische Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzbehandlung in zwei Verbundprojekten evaluiert.

Im Verbundprojekt „Praxiserprobung der chirurgischen Kastration von Ferkeln unter Betäubung mittels Procain, Isofluran und Ketamin/Azaperon sowie postoperativer Schmerzausschaltung (PraxiKaPIK/A)“ bestehend aus den Projektpartnern Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein Westfalen, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie dem Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut, werden auf sechs konventionell wirtschaftenden Betrieben drei Methoden der chirurgischen Ferkelkastration (chirurgische Kastration unter a) Inhalationsnarkose [Isofluran], b) Injektionsnarkose [Ketamin/Azaperon] und c) lokaler Anästhesie [Procain]) bewertet. Außerdem werden Schulungskonzepte und -materialien für Landwirte erstellt, mit deren Hilfe sie das richtige Handling und den Umgang mit Ferkeln und Narkosegas bei der Kastration unter Isofluran erlernen können. Hierfür wurde das Projekt um weitere zwei Monate bis zum 30. September 2019 verlängert.

Im zweiten Verbundprojekt „Praxisgerechte Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzausschaltung in der ökologischen Ferkelerzeugung“ bestehend aus den Projektpartnern Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau und der Justus-Liebig-Universität Gießen werden auf insgesamt acht ökologisch wirtschaftenden Betrieben zwei Verfahren der chirurgischen Ferkelkastration (unter Injektionsnarkose [Ketamin/Azaperon] sowie Inhalationsnarkose [Isofluran]) evaluiert.

Ergebnisse und Schulungsmaterialien sind Ende 2019 zu erwarten.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Bekanntmachung Nr. 07/18/31 vom 13.07.2018.

Bekanntmachung 07/18/31

Bekanntmachung im Bereich Schweine (Ferkelkastration)

Richtlinie

Richtlinie Wissenstransfer in den MuD Tierschutz (PDF 0,7 MB)

Kontakt

0228 - 6845 3871

Katja Deeg

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Referat 314 - Agrarforschung
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

katja.deeg@ble.de

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