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Wissen-Dialog-Praxis

Wissenstransfer zur Haltung unkupierter Legehennen

- Legehennen- und Aufzuchtbetriebe für MuD Tierschutz gesucht! -

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sucht bundesweit je neun Legehennenaufzucht- und darauf folgend Legehennenhaltungsbetriebe für ein MuD Tierschutz-Vorhaben mit Schwerpunkt Fütterungsmaßnahmen. Die Betriebe werden von einem Tierarzt und einem Berater während des Vorhabens kostenneutral beraten und in der Umsetzung begleitet. Bei Interesse können sich Betriebe mit einer kurzen Betriebsbeschreibung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachen bewerben (Dr. Peter Hiller, LWK Niedersachsen, E-Mail: peter.hiller@lkw-niedersachsen.de, Tel.: 0441-801 696).

Seit dem 1. Januar 2017 werden deutschlandweit nur noch schnabelungekürzte Junghennen eingestallt. Damit ist das Phänomen von Federpicken und Kannibalismus in den derzeitigen Beständen teilweise allgegenwärtig. Die Ursachen für das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus bei Jung- und Legehennen sind vielfältig. Potentielle Auslöser reichen von der genetischen Disposition über verschiedene unzureichende Haltungs- und Managementbedingungen bis hin zu Störungen im Erkundungs- und Nahrungsaufnahmeverhalten. Insbesondere den Aufzuchtbedingungen wird bei der Entstehung der oftmals erst im Legebetrieb offensichtlich werdenden Verhaltensstörungen eine entscheidende Rolle zugesprochen.

Ziel des Vorhabens ist es, über das „Beratungsteam Tierwohl (HACCP-Team)“ die langjährigen Erfahrungen aus der fachlichen Beratung und neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft auf Praxisbetriebe mit Jung- und Legehennenhaltung zu übertragen und praktisch umzusetzen, zu evaluieren sowie zu optimieren. Das „Beratungsteam Tierwohl“ besteht aus dem Tierwohlberater (LWK) in Zusammenarbeit mit einem Fachtierarzt der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo).

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass der Fokus noch mehr als bisher auf die Optimierung der Junghennenaufzucht gelegt werden muss. Hier ist die Futteroptimierung ebenso wie das Angebot von Beschäftigungsmaterial essentiell, um Verhaltensstörungen im Legebetrieb zu minimieren und die Tiergesundheit dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Damit soll eine wesentliche Verbesserung des Tierwohls auf den beteiligten Betrieben unter Berücksichtigung des Bedarfs und der Bedürfnisse der Tiere mit ungekürzten Schnäbeln in allen Altersstufen erreicht werden.

Durchgeführt werden soll das Vorhaben auf 18 Praxisbetrieben (9 Aufzucht- und 9 Legebetriebe) mit einer Begleitung von 9 Herden über eine gesamte Aufzucht- und Legephase. Dabei wird eine gleichmäßige Verteilung zwischen Bodenhaltung (3 Betriebe a 40.000 Hennen), Freilandhaltung (3 Betriebe a 15.000 Hennen) und ökologischer Haltung (3 Betriebe a 9.000 bis 15.000 Hennen) erfolgen. Auf diesen Betrieben werden verschiedene Konzepte hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit überprüft (Praxiserprobung) und im Rahmen eines Wissenstransfers weitergetragen.

Folgende Teilziele sollen im Rahmen des Projektes erreicht werden:

  • Ziel 1: Erarbeitung und Etablierung von kritischen Kontrollpunkten für die Jung- und Legehennenhaltung (Layer-HACCP)
  • Ziel 2: Futteroptimierung in der Jung- und Legehennenhaltung
  • Ziel 3: Weiterentwicklung des Beschäftigungsmanagements in der Jung- und Legehennenhaltung
  • Ziel 4: Erhalt einer gesunden und stressstabilen Jung- und Legehenne in der gesamten Haltungsperiode
  • Ziel 5: Kontinuierlicher Wissenstransfer und HACCP-Erfahrungen durch neue Medienwege in Anpassung an die Legehennenhalter

Die Erfahrungen und Ergebnisse der Projektbetriebe werden dem breiten Fachpublikum und der Praxis im Laufe des Projektes unter dem Einbezug neuer Medien weitergegeben. Abschließend werden alle Ergebnisse in einem Leitfaden zusammengestellt, welcher frei verfügbar ist.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Peter Hiller, LWK Niedersachsen.


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Dr. Peter Hiller
Fachreferent für Geflügelhaltung
Mars-la-Tour-Straße 6
26121 Oldenburg
Telefon: 0441 801-696
E-Mail: peter.hiller@lkw-niedersachsen.de

Fragen zur Projektträgerschaft richten Sie bitte an projekttraeger-agrarforschung@ble.de

Richtlinie

Richtlinie Wissenstransfer in den MuD Tierschutz (PDF 0,7 MB)

Kontakt

0228 - 6845 3871

Katja Deeg

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Referat 314 - Agrarforschung
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

katja.deeg@ble.de

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